Vorbereitungen für die Hansepferd 2018

Sollen wir oder sollen wir nicht??? das ist für uns jedes Mal die Frage, wenn wir uns entscheiden, ob wir mit dem Ponyland auf eine Messe gehen als Aussteller  In den nun 32 Jahren, die wir unseren Reiterhof betreiben, war eines klar: auf die Hansepferd in Hamburg gehen wir!

Das ist eine Messe vor Ort, die ständig gewachsen ist – bei den Ausstellern und bei den Besucherzahlen.  Die Besucher kommen überwiegend aus Schleswig-Holstein (47%), gefolgt von Hamburg (23%), Niedersachsen (21%) * Hansepferd: Daten und Fakten.

Wir werden, wie schon in den vergangenen Messejahren, einen Stand auf dem Gemeinschaftsstand des Pferdestammbuches SH/HH haben, „unserem“ Zuchtverband.

Die Vorbereitung für die Messe fängt schon lange, lange vorher an: bei uns mit der Frage: nächstes Jahr ist Hansepferd – welche Ponys wollen wir mitnehmen. Und etwas besonders „Süßes“ ist natürlich eine  Stute mit  Fohlen.  Und für mich sind – natürlich ganz voreingenommen – Welsh A (oder auch Welsh Mountain-Pony) Fohlen das Entzückendste überhaupt.

Damit es für das Fohlen keine große Strapaze wird, soll das Fohlen aber mindestens 2 Monate alt sein! Na ja, und eine Stute trägt 11 Monate und 1 Woche (im Schnitt – in der Regel – normalerweise….) . Man sagt ja: Pferd und Maus tragen das Jahr aus (Das Pferd trägt 11 Monate und eine Woche und die Maus trägt 3 Wochen..).

Deshalb muß man lange vorher planen! Und in der Natur klappt auch nicht immer alles so, wie man es gerade möchte. Wir möchten am liebsten ein Fohlen von unserem Junghengst „Ponyland Yakari“ mitnehmen. Yakari wird im Februar 2017 gekört und Körungssieger und jetzt muß  er beweisen, daß er  das auch kann, wozu er aufgezogen und gekört wurde – das Wichtigste, was ein Hengst können muß: er muß für Nachkommen sorgen können. Alles dazu Notwendige ist da, hat der Tierarzt bei der Voruntersuchung zur Körung bestätigt – also dann!

Aber welche Stute wollen wir mit Yakari anpaaren? Wir haben ja seinen Papa auf dem Hof, unseren hochgeschätzten York, Vater vieler, vieler toller Stuten und Wallache auf dem Hof, Yakari hat also viele tolle Halbschwestern, etliche davon Staatsprämienstuten (= toll auf der Schau und mit erfolgreicher Leistungsprüfung vor der Kutsche). Aber seine Schwestern darf er nicht decken – das wäre Inzucht und Inzucht ist nicht gut! Es bleiben überhaupt nur 2 Stuten, die nicht mit ihm verwandt sind und die so gut sind, daß wir es uns überlegen: Mona Lisa und H-S Blue Polly. Beide haben „nur“ die Bezirksprämie, aber beides sind tolle, bewegungsstarke Stuten und das Wichtigste: beide gehen brav im Ferienbetrieb mit.  Mona Lisa ist schon 19 Jahre alt und sie hat bisher 4 entzückende Fohlen gehabt: Ponyland Yoyo, Ponyland Maple, Ponyland Yankee und Ponyland Mary Lou.  Aber: im Jahr 2016 haben wir sie von York gedeckt und sie ist nicht tragend geworden, obwohl alles „in Ordnung“ war.

H-S Blue Polly ist noch nie zur Zucht eingesetzt worden,  sie ist 2017 schon 12 Jahre alt. Ob sie aufnimmt, ob sie das Fohlen austrägt?

Wir entscheiden uns, beide Stuten von Yakari decken zu lassen. Und Yakari macht das alles prima – beide Stuten werden tragend.

Nun soll Mona Lisa ungefähr um den 20. Februar 2018 fohlen – Hansepferd ist am 20. April 2018,  das paßt ja!

Im Januar entwickelt die Stute schon so ein Euter – sie hat ja noch lange hin zum Geburtstermin – aber vorsichtshalber nehmen wir sie nachts aus dem Gruppen-lauf-offenstallabteil heraus und stallen sie in eine große Einzelbox ein. Tagsüber darf sie dann immer wieder zu den anderen tragenden „Mädels“. Mona Lisa´s Bauch wird immer dicker, runder, senkt sich und die Harztropfen erscheinen. Was für eine Überraschung, so früh schon! Und dann läuft die Milch…tropft langsam aus dem vollen Euter. 3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin!

31. Januar 2018! Mona Lisa wäre nicht Mona Lisa (sie hat immer Hunger…) – sie frißt genüßlich und unaufgeregt ihr Abendfutter – das muß sein – dabei steht sie schon ganz breitbeinig – aber Futter geht vor! 18,30 Uhr gehen Pia und ich ins Haus, alle Tiere versorgt – um 21,30 Uhr machen wir den ersten, abendlichen Stallrundgang – da steht schon ein kleines, hübsches, munteres Stutfohlen neben Mona Lisa, ist schon ganz trocken und trinkt schon die gute, warme Stutenmilch, die reichlich vorhanden ist!

Die Stute hat das gewußt – sie hat gedacht: das mach ich alleine, das regel ich für mich! Also abgewartet, bis Ruhe war und dann: flugs das Fohlchen geboren!

Schnell ist ein Name für die kleine Lady gefunden: wir nennen sie „Ponyland Mandy Ann“. Und so haben wir unser Hansepferd – Fohlen.

Mandy Ann am 17. Februar: 2018 https://www.facebook.com/gudrun.wieczorek/videos/10156282422408469/

Uns ist klar, daß wir Stute und Fohlen nicht für drei Tage dem Messestreß aussetzen – sowieso nehmen wir immer abends unsere Ponys mit nach Hause – die Hängerfahrt wird leicht aufgewogen durch die erholsame Nacht im eigenen Stall. Also beschließen wir, die Beiden maximal für zwei der drei Messetage mitzunehmen. Und wir haben ja noch etwas Auswahl. Wir entscheiden uns, Ponyland Yakari auch noch mitzunehmen – Yakari wird 4 Jahre alt und ist ein prachtvoller Welsh-A Hengst. Am liebsten wollen wir ihn vor der Kutsche präsentieren – da er so einen ausgeprägten Welsh A Kopf hat, mit winzigkleinen Ohren und einer sehr breiten Stirn und einem sehr hübschen, konkaven Profil, paßt das vorhandene Geschirr einfach nicht richtig. Wir beschließen, ihm ein Maßgeschirr machen zu lassen.

Yakari soll sowieso im September 2018 seine Leistungsprüfung vor der Kutsche ablegen. Alljährlich findet die Leistungsprüfung in Heide/Holstein an der Rennbahn statt. Und wir wollen natürlich, daß er eine sehr gute Leistungsprüfung ablegt. Das erfordert eine sehr lange Vorbereitung – 3 Monate vorher Anspannen ist uns zu kurz! Deshalb fangen wir an, Yakari zu arbeiten. Er freut sich über die Abwechslung und ist sehr gelehrig. Longenarbeit kennt er von der Vorbereitung zur Körung. Nun lernt er die Doppellonge kennen und das Brustblatt und bald schon schleppt er einen ziemlich schweren Reifen durch die Reithalle, anfangs im Schritt, später auch im langsameren Trab – „Gebrauchstrab“ nennen das die Fahrer. Ein Trab, den das Pferd/Pony über eine lange Zeit kräfteschonend  und locker gehen kann.

Yakari bekommt das Kopfstück auf mit den Scheuklappen – das gefällt ihm nicht so gut, er kann nicht mehr sehen, was hinter ihm ist.  Daran muß sich jedes Pony gewöhnen. Der passende Zaum wird es ihm angenehmer machen.

Parallel gehen wir mit ihm schon ins Gelände, auf unebenem, verschiedenartigen Boden zieht er den Reifen, der knirscht, der quietscht, der hopst und macht komische Geräusche, er ruckt und schleift – alles prima Vorbereitungen fürs Kutsche fahren!

Und dann finden wir einen Termin und laden Yakari auf den Hänger und fahren auf den Hof Süderknöll und Herr Hinrichs zeigt uns Geschirre und mißt unseren Hengst aus. Wir entscheiden uns für ein Kunststoff – Geschirr – das Ledergeschirr wäre doppelt so teuer und hätte unser Budget doch erheblich gesprengt. Und dieses neuartige Material läßt sich fast gar nicht mehr von Leder unterscheiden und ist abwaschbar und somit sehr pflegeleicht.  Jaaaa, aber die Herstellung dauert 6 – 8 Wochen….. das wird schon knapp.

Dann wird uns wiederum die Zeit knapp, um mit dem Hengst weiterzuarbeiten. Parallel haben wir ja momentan 90 Ponys im Stall und 20 Kühe, einen Deckbullen und eine immer größer werdende Schar von Kälbern – denn wir haben auch Abkalbezeit im Kuhstall. Auf dem Ponyland lebt nämlich auch eine Bioland-Deutsch-Angus-Mutterkuhherde und jedes Jahr werden 15 – 18 Kälber geboren, alle in den Monaten Februar bis Ende April.

Und wir haben zwei junge Welsh Stuten, die zur Stutenleistungsprüfung nach Wittensee sollen. Die größeren Welsh (ab Stockmaß 1,38) können auch unter dem Sattel ihre Leistungsprüfung ablegen, da sie ja auch von Erwachsenen geritten werden können. Wir haben zwei 4jährige Stuten: die Welsh C Stute Ponyland Sunrise, Vater ist unser Welsh A Hengst York (Papa von Yakari) und Mutter ist die Welsh Cob Staatsprämienstute Ponyland Sunshine. Sunrise war schon auf dem Fohlenchampionat Siegerstute, sie hat 2017 in Padenstedt ihr Schärpe mit der 1. Prämie bekommen und sie ist unglaublich menschenzugewandt, unkompliziert und gelehrig.  Die zweite Stute im Bunde ist die 4jährige Welsh Cob Stute Ponyland Sally. Mutter ist Merit Simply Nice und Vater ist Ponyland Hot Spot. Diese 4jährige haben wir noch nicht zur Eintragung vorgestellt, mit 3 Jahren war sie noch ein richtiges „Riesenbaby“ und sie wächst immer noch – hat momentan ein Stockmaß von 1,54 m! Aber nun, mit 4 Jahren, ist auch sie so weit, daß wir sie einreiten können.

Und mindestens 2 x in der Woche wollen wir mit den jungen Ladys arbeiten!

Dann kommt ein strenger Wintereinbruch – so einen Winter hatten wir die letzten 6 Jahre nicht – die Temperatur fällt jeden Tag mehr. Anfangs laufen unsere Tränken noch, aber die Kälte ist unerbittlich und fällt nachts auf – 10 Grad. Da frieren auch die beheizten Tränken nach und nach ein – meistens nur die Tränkebecken, aber oft auch ein Stück der Zuleitung.  So sind wir nun jeden Morgen beschäftigt, mit einem Eimer heißem Wasser und einem Scheuerlappen (funktioniert am besten – besser als mit dem Handtuch) – Tränke für Tränke aufzutauen: bei den Kühen die große Tränke, dann im „kleinen Stall“ die Shettys, 10 Shettys bzw. Welsh A leben in einem Laufstall , daneben eine Kuh mit spät geborenem Kalb, welches sie noch säugt und 2 andere Kälber von 2017, dann der Deckbulle „Otto“, seines Zeichens großer, schwarzer Angus-Bulle in einer riesigen Einzelbox, daneben wiederum die beiden Welsh A Hengste York und Yakari, die sich eine Tränke teilen, dann die Box mit Mona Lisa und ihrem Fohlen und zuletzt noch die Box der Oldenburger Stute Calyssa, die für 2 Jahre bei uns wohnt und von Pia geritten wird. Ach, und auch die Hühner sind ganz verzweifelt, wenn ihre Tränke eingefroren ist, wenn man den ganzen Tag nur trockenes Futter pickt, braucht man schon Wasser.

Deshalb fehlt dann doch die Zeit neben der täglichen Arbeit die Jungpferde weiter zu trainieren.

Aber der Frost geht auch wieder, das „Tränke auftauen“ entfällt, wir arbeiten weiter mit den Jungpferden.

Das Fohlen wächst und gedeiht, es kann noch nicht auf die Weide, die Böden sind zu kalt für so ein im Stall geborenem Fohlen. Es hat seine tägliche Tobezeit in der großen Reithalle. Zusätzlich gehe ich mit Stute und Fohlen 2 x in der Woche spazieren – stramm spazieren – fleißiger Schritt – denn es ist a) draußen kalt, da läuft man gerne schneller und b) soll es ja auch ein Konditionstraining für die Stute sein – sie hat ja noch „Babypause“ aber bewegen soll sie sich schon und  da Mona Lisa nicht nur immer sehr hungrig ist, sondern zusätzlich auch etwas faul (na ja, mit 20 Jahren ist man als Pony auch kein Springinsfeld mehr),  mit dem Spazieren kann ich sie bewegen, trainieren aber belaste sie nicht. Unsere beiden Islandhunde Dottla von der Kinnwies und ihre Tochter Aenna vom Ponyland Norddeich sind natürlich mit Begeisterung bei diesen Fitneß-Spaziergängen dabei – sie werden uns auch, wie alle Messejahre, auf die Hansepferd begleiten. Denn wo wir sind, sind auch diese beiden freundlichen Islandhunde.

Wir haben ja noch einen Joker im Ärmel: wir können auch Ponyland Welcome mitnehmen. Das ist ein Welsh Partbred Wallach aus unserer Welsh Cob Staatsprämienstute Seaside Sweet Lady und dem Reitponyhengst Holsteins Wilaro. Welcome ist nicht das schickste Pony, aber er hat eine unglaubliche Arbeitseinstellung und macht mit viel Wollen und Fleiß sein mangelndes Können leicht weg. Immer, wenn Pia ein bißchen Zeit hat neben dem Ferienbetrieb, geht sie mit ihm aufs Turnier und im Jahr 2017 wurde er erstmals in der L-Dressur auf Kandare platziert und beide gewannen mit  die Kreismeisterschaft Vielseitigkeit in Dithmarschen.

Außerhalb dieser Turnierbesuche geht er als „Vorwegreitpferd“  in der Saison vor den Reitgruppen, egal ob im Gelände oder am Strand von Sankt Peter Ording und im Herbst ist er ein super tolles „Kuhtreibepferd“ – denn zum Kühe treiben braucht man nicht unbedingt einen Westernsattel und eine Westerntrense aber Kühe. Und wenn wir die Kühe von den großen Weiden herunterholen, hilft so ein Pferd unglaublich!

Ponyland Welcome ist sowieso „in Gange“, wird den ganzen Winter durch geritten  und er war auch schon 2 x auf der Hansepferd dabei –  an der Hand im Rassering und in der großen Schauhalle unter dem Sattel, er hat bei der Demonstration von Sebastian Bonnet an der Hand von Pia Bodenarbeit gezeigt –  für ihn ist die Messe kein Streß. Insofern können wir auch Welcome an einem Tag auf die Messe mitnehmen.

Denn Pferde, die sich auf der Messe nicht wohlfühlen, läßt man am besten zuhause.

Der Messebesuch  ist das für das Fohlchen eine positiv- prägende Erfahrung, es lernt so viel kennen an einem Tag und hat danach wieder Ruhe! Und es hat ja seine Mama, die aufpaßt und ihm Schutz gibt!

So, nun wäre das Wichtigste geklärt: Welche Ponys nehmen wir mit zur Hansepferd Hamburg!

Jetzt fehlt noch die „sonstige“ Vorbereitung:  Alle Impfungen von Pferden und Hunden überprüfen und gegebenenfalls auffrischen. Gesundheitsattest vom Tierarzt für die Pferde ausstellen lassen.Wer unterstützt uns beim Standdienst auf der Messe, wer macht den Betrieb zuhause, immerhin sind wir von morgens um 7 Uhr bis abends um 21,30 unterwegs über drei Tage.

Haben wir genug Infomaterial und wie und womit wollen wir den Stand schmücken.

All das läßt sich lösen – wie schon alle anderen Messejahre zuvor.

Wir freuen uns auf die Messe, auf die Menschen und die Gespräche, auf die Anregungen und das bunte Treiben, auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern!  Nicht alle Messebesucher werden uns und unsere Ponys entdecken am Stand oder bei den Auftritten. Aber bestimmt wird das fröhliche Fohlen manchem Messebesucher ein Lächeln ins Gesicht zaubern – unser „Hansepferd-Fohlen“  welches schon 15 Monate vor der Messe „geplant“ wurde!

 

 

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