zwei Jungstuten vom Ponyland Norddeich bei Monty Roberts

Unsere 3jährige Welsh Cob Stute Ponyland Sunday bei Monty Roberts, das ist wie ein 6er im Lotto- nur ohne Geld…

Monty Roberts kommt nach Norddeutschland, ich erfahre davon über Facebook und frage in meiner Familie, wer Lust hätte, den Altmeister, den „Pferdeflüsterer“ schlechthin, live kennenzulernen!

Wir benötigen ungefähr 4 – 6 Wochen, um von einem ungerittenen ( und natürlich selbst gezüchteten und aufgezogenen) Pony ein Pony zu machen, welches den Menschen ohne Gefahr für Leib und Leben aufsitzen läßt. Monty Roberts macht das in einer halben Stunde. Das wollte ich schon immer sehen! Mein Mann und ich und unsere beiden erwachsenen Kinder Nils und Pia wollen gerne mit.

Als ich die Tickets gebucht habe, sehe ich, daß für jede „Show“ Pferde in den verschiedensten Kategorien gesucht werden: ganz rohe Pferde, Pferde die Verladeprobleme haben und schwierige Buckler…

Die Pferde müssen: domestiziert sein, gesunde Atemwege und Gliedmassen haben, normales Sehvermögen in beiden Augen sowie gepflegte Hufe haben, sie müssen aufgehalftert und geführt werden können. Das ist bei unseren Ponys kein Problem…

Verladeprobleme haben wir nicht und unsere Ponys buckeln in der Regel auch nicht mehr, wenn sie eingeritten sind. Aber wir haben natürlich Welsh-Cob Jungpferde und da eine stattliche Zahl von jungen Stuten heranwächst, konzentrieren wir uns auf die Jungstuten, die zur Eintragung sollen und haben jetzt im Frühjahr keine Zeit für Ponyland Springflower, 4 Jahre alt und Ponyland Sunday, 3 Jahre alt. Springflower kennt Sattel, Trense und Longe, Sunday kennt: Nix! außer am Halfter gehen und Füße heben.

die Bedingungen für die anzureitenden Pferde sind : mindestens 1,45 m groß, nie einen Sattel oder Reiter erfahren haben, sich alle 4 Hufe aufheben lassen ohne dabei auszuschlagen – keine Waisen/ von Hand aufgezogene Pferde, keine Esel!

Also schicke ich eine Bewerbung für Springflower und Sunday als „Starter“. „Starter“ sind die Pferde, die die abendliche Schau eröffnen, rohe Pferde, die vor dem Publikum eingeritten werden.

Wir hören nichts von unserer Pferde-Bewerbung und freuen uns auf einen interessanten Abend in Luhmühlen. Am Freitag abend fahre ich mit meinem Mann in den Harz, unsere Kinder haben „Stalldienst“ – dieses Mal paßt alles und mein Mann und ich wollen zum Brocken hochwandern, eine Wanderung, die wir uns schon über ein Jahr vorgenommen haben. 2 1/2 Stunden  sind wir schon unterwegs, im Harz liegt noch viel Schnee, es ist eine wunderschöne Wanderung und je höher wir kommen, umso mehr Wanderern begegnen wir – der Brocken ist ja von mehreren Seiten zu besteigen und oben ist, am 18. April – beinahe Volksfeststimmung!

Da klingelt mein Mobiltelefon. „Petra“, die Organisatorin der Monty Roberts Tournee in Deutschland ist dran: wir hätten uns ja mit zwei Cobs beworben. Ob die Pferde mittlerweile eingeritten seien (nein, sind sie nicht), ob wir kurzfristig einspringen könnten mit einem Pony -sie hat überraschend so viele Absagen bekommen – und – übrigens, es könnten auch  zwei Ponys sein….es gibt keine Garantie, daß die Tiere in der Abendshow gezeigt werden, aber tagsüber würden sie gearbeitet werden, so daß es sich auf jeden Fall lohnen würde zu kommen.

Zudem können man den ganzen Tag bei der Arbeit mit den Pferden zuschauen und Monty Roberts persönlich kennenlernen. Allerdings müssen wir Sonntag um 9,30 Uhr in Luhmühlen sein – mit den Cobs. Es ist Samstag nachmittag….

Das ist ja wahnsinnig. Und das war´s dann wohl mit dem schönen Harz-Wochenende…

ich erbitte mir Bedenkzeit von einer Stunde – wir stehen mittlerweile auf dem Brocken und die Ponys stehen an der Nordsee in Schleswig-Holstein in Norddeich. Ich rufe Pia an: Wollen wir das machen – klappt das so, daß ihr zuhause die Ponys „entstaubt“ und nach Luhmühlen kommt???? Pia sagt sofort: ja klar, super, das machen wir! Sie organisiert mit Nils eine Vertretung für den Hof, der Schmied kommt abends um 6 Uhr und macht die Hufe schön. Pia wäscht abends um halb sieben dann noch die Schweife und die Beine – nicht der größte Spaß bei einer Dreijährigen – und Sonntagmorgen um 7 Uhr werden die Cobs verladen, die Dreijährige (Ponyland Sunday), hat auch zum ersten Mal eine Abschwitzdecke mit Gurt auf…. (wie schön, daß wir keine Verladeprobleme haben!) …und Nils und Pia fahren Richtung Luhmühlen…

Wir sind dann am Samstag noch zwei Stunden hinunter zum Torfhaus gewandert und sind den ganzen Abend so aufgeregt (je oller, desto doller!!), daß wir beide noch lange wach liegen. Aber morgens um 6 Uhr heitß es dann auch für uns : Sachen packen, frühstücken, Wohnung aufräumen und ab nach Luhmühlen.

Die Ponys sind schon im Stallzelt in den Boxen und mümmeln zufrieden ihr Heu.

Nach der Anfangsbesprechung werden die Pferde und Ponys einzeln direkt vom Meister im Round Pen begutachtet und die Besitzer sollen jeweils etwas zu den Problemen sagen – ein Übersetzer ist dabei, aber Monty Roberts spricht ein so gutes Englisch, daß die Verständigung kein Problem für uns ist.

Es sind zwei extrem buckelnde Pferde dabei, darunter ein Warmblut mit 1,72 m Stockmaß, welches bei dem Versuch, geritten zu werden schon 5 professionelle Bereiter aus dem Sattel katapultiert hat. Monty Roberts fragt die Besitzerin: Warum haben Sie das Pferd gekauft? Es ist ein Schlachthof-Rettungspferd. Weiter ist auch noch ein Pferd dabei, welches noch nie ohne Sedierung (d.h. leichte Betäubung) auf den Hänger gegangen ist.

Monty verspricht: wenn ich das nicht  schaffe, reite ich persönlich das Pferd nach Hause – na ja, Lübeck, er hat gerechnet: drei Tage, sagt er, braucht er dann wohl dazu.

Das letzte Pferd ist ein Perd, welches mit seiner jungen Reiterin schon erfolgreich Geländeprüfungen absolviert hat, aber eine panische Angst vor jeder Art von Plastik zeigt, ob groß oder klein. Und panische Angst ist noch untertrieben!!

Monty Roberts sagt, daß es eine hervorragende Kollektion sei für ihn! Er würde gerne alle 6 Pferde in der Show zeigen,  es reicht die Zeit aber nur für vier Pferde und die Entscheidung fällt schnell: Begonnen wird die Schau am Abend mit unserer 3jährigen Ponyland Sunday (von Ponyland Hot Spot aus der Merit Simply Nice), gefolgt von einem der beiden Buckler, dem statuösen 1,72 m Rappen, nach der Pause folgt dann das „Plastikpferd“ und zuletzt das „Verladeproblem-Pferd“.

Die beiden anderen Pferde werden nachmittags vor der Show gearbeitet.

Und vor dem Mittagessen kommt dann bereits unsere 4jährige Ponyland Springflower (von H-S Hot Playboy aus der Seaside Starlet) in den Round Pen*.

Ponyland Welsh Cob Stuten bei Monty Roberts in Luhmühlen
v.l.n.r. Nils Wieczorek, Gudrun Wieczorek, Monty Roberts, Pferdeflüsterer, Pia Wieczorek
Ponyland Springflower, Welsh Cob Stute vom Ponyland bei Monty Roberts
Ponyland Springflower nachmittags im Roundpen – sie führt das Join Up aus – sie schließt beim Instructor an der Schulter auf.
Ponyland Springflower, Welsh Cob Stute vom Ponyland Norddeich im Roundpen bei Monty Roberts
Ponyland Springflower an der Doppellonge, mit Rennsattel
Ponyland Welsh Cob Stute Ponyland Springflower bei Monty Roberts
zum ersten Mal ein Mensch auf dem Rücken: Ponyland Springflower
Ponyland Springflower Welsh Cob Stute vom Ponyland Norddeich bei Monty Roberts
Longe ab: zum ersten Mal ein Reiter – die Stute konzentriert sich auf den Instructor in der Halle
Ponyland Springflower wälzt sich. Welsh Cob Jungstute vom Ponyland Norddeich bei Monty Roberts
nach dem Absatteln: voller Behagen und völlig unkompliziert wälzt sich die junge Welsh Cob Stute im Roundpen, bevor sie wieder in ihre Box gebracht wird
Ponyland Welsh Cob Stute Ponyland Sunday bei Monty Roberts
„Starter“ im doppelten Sinne: Ponyland Sunday im Roundpen, getrieben von Monty Roberts – sie senkt den Kopf, sie leckt und kaut – sie hat ihr rechtes Ohr bei Monty Roberts
Welsh Cob Jungstute Ponyland Sunday bei Monty Roberts im Roundpen
Ponyland Sunday macht das perfekte Join Up bei Monty Roberts – sie kommt freiwillig und vertrauensvoll zu ihm im Roundpen – Du bist der Chef – o.k.!
wir züchten unsere Ferienponys selbst: Gestüt Ponyland Norddeich hat eine Welsh Cob Stute bei Monty Roberts als "Starter" in der Abendshow Luhmühlen 2016
aber das mit dem Sattel ist ja wohl keine gute Idee – die Cob Stute will den Sattel los werden… Monty Roberts behält die Ruhe – sie darf bocken! Ponyland Sunday, 3jährige Welsh Cob Stute vom Ponyland Norddeich
Welsh Cob Jungstute Ponyland Sunday im Roundpen bei Monty Roberts Gestüt Ponyland Norddeich
rechts herum ist auch nicht angenehmer…Ponyland Sunday kann ja mal bocken! Monty Roberts sagt: das darfst Du, aber Du gehst vorwärts…
Familie Wieczorek züchtet seit 30 Jahren Welsh Cobs - hier eine Stute in 4. Generation selbst gezogen, die Dreijährige Ponyland Sunday von Ponyland Hot Spot aus der Merit Simply Nice
und jetzt kommt der Reiter aufs Pferd – Ponyland Sunday findet es komisch – aber ihre Aufmerksamkeit ist bei Monty Roberts – sie steht breitbeinig, um das Gewicht auszubalancieren. Zum ersten Mal ein Reiter auf dem Rücken…
Ponyland Sunday, 3jährige Welsh-Cob Stute aus dem Gestüt und dem Ferienhof Ponyland Norddeich der Familie Wieczorek in Norddeich
und da sitzt er auf ihr: der tolle, unerschrockene, leichte Reiter, vornübergebeugt, hält sich am Sattel fest, aber hat keine Not bei der Stute Ponyland Sunday, Welsh Cob Stute 3jährig
Ponyland  Sunday, Welsh-Cob Jungstute vom Gestüt Ponyland Norddeich
vorwärts -rückwärts, rechts herum – links herum – die ersten Schritte unter dem Reiter juchhe! Ponyland Sunday im Roundpen bei der Abendvorstellung der Monty Roberts Schau in Luhmühlen 2015
Ponyland Norddeich - das ist Familie Wieczorek aus Norddeich - 2015 waren neben Gudrun, Pia, Nils und Hans-Jürgen Wieczorek auch 2  Welsh cob Jungstuten vom Ponyland Norddeich dabei
das Publikum dankt mit langem Applaus! Monty Roberts auf Deutschlandtour in Luhmühlen 2015 – das hat sich gelohnt…Ponyland Sunday und Ponyland Springflower waren dabei!
Monty Roberts in Deutschland auf Tournee - Familie Wieczorek vom Ponyland Norddeich war mit zwei Jungstuten dabei
viel Zubehör für die Show: Reitkappen, Sattel, Halfter, Gurte, eine „Hand“ an einem langen Stock… auf der Tournee von Monty Roberts!
Monty Roberts bewertet alle Pferde und entscheidet, wer bei der abendlichen Show gezeigt wird. Unsere Ponyland Sunday ist als „Starter“ dabei. 3jährige Welsh-Cob Stute aus eigener Zucht!
Ponyland Sunday in Luhmühlen mit Monty Roberts. Sie trägt das Dually Halfter
gut zu sehen: das Dually Halfter von Monty Roberts auf dem Kopf von Ponyland Sunday. Sie eröffnet die Show in Luhmühlen!

Wie ist das komisch, draußen zu sitzen und das eigene Pferd an der Hand von fremden Menschen zu sehen – trotzdem haben wir von Anfang an ein gutes Gefühl! Springflower wird von einem „Instructor“ ** gearbeitet und Monty schaut von außen zu! Zuerst läuft sie frei, nur mit dem „Dually“ Spezialhalfter um, wird getrieben, ca 1 Minute auf jeder Hand, dann wird der Join Up*** gemacht – der Instructor hört mit dem Treiben auf, dreht sich vom Pferd weg und augenblicklich schließt unsere Stute an seiner Schulter auf und folgt ihm kreuz und quer durch den Roundpen.

Sie zeigt keine Zeichen von Panik, sie ist zwar schon etwas feucht, weil sie ja keine Kondition hat, aber dennoch gelassen. Danach wird sie mit einem Rennsattel gesattelt, der gleich ordentlich festgezogen wird. Das Pferd läuft frei und wird wieder links und rechtsherum getrieben. Erneute Pause, sie schließt sofort wieder willig zum Instructor auf, kommt an die Longe, die Steigbügel werden zusammengebunden und die Longe durch die Steigbügel geführt, eine zweite Longe an der rechten Seite befestigt. Das Pferd wid ca 10 Minuten longiert mit vielen Handwechseln – es wird rückwärts gerichtet – und dann betritt der Reiter den Roundpen.

Und was für ein Reiter: den hätten wir am liebsten mitgenommen! Extrem beweglich, klein, leicht, mutig. Erst liegt er über dem Sattel, dann wird er, auf dem Sattel liegend, geführt (und hält sich selbst fest – wie geht das denn??- schon das erstaunte mich total). Und dann sitzt er auf. Der Instructor führt unsere Springflower erst rechts, dann links herum – dann wird die Longe ausgeklickt und der Reiter reitet unsere Cobstute – links herum – rechts herum, richtet sie rückwärts – und ist schon wieder unten, bevor die Stute überhaupt zuckt. Das Ganze hat 25 Minuten gedauert…die Stute wird im Roundpen abgesattelt und wälzt sich gleich voller Behagen!

Monty Roberts beurteilt die Arbeit mit unserer Stute: „Das war wie aus meinem Lehrbuch!“ sagt er.

Den ganzen Nachmittag sitzen wir vier wie gebannt in der Halle und schauen zu, wie das kleinere Bock-Problempferd therapiert wird – dieses Mal mit Dummy und da dauert es natürlich erheblich länger als bei unserer unverdorbenen Stute, bis der Reiter oben sitzt -aber….er sitzt auf, er reitet Schritt, vorwärts – rückwärts und auch dieses Pferd geht entspannt aus dem Roundpen.

Das Pferd, welches sich nicht verladen läßt, hat noch mehr Probleme, es ist extrem kopfscheu und läßt sich nur mit großer Mühe aufhalftern. Mit diesem Pferd arbeiten die Instructoren schon nachmittags, nur an der Kopfscheuheit, uns beeindruckt, mit welcher Emotionslosigkeit und Geduld das Pferd gestreichelt und desensibilisiert wird.

18 Uhr abends: die Ränge füllen sich in der Reithalle. Die Show soll um 19 Uhr beginnen – wir verteidigen unsere Plätze direkt am Roundpen und um Punkt 19 Uhr betritt Monty Roberts die Halle, die inzwischen gefüllt ist mit schätzungsweise 600 Zuschauern – unten um den Roundpen herum sowie oben auf der Tribüne.

Er begrüßt die Zuschauer und stellt die teilnehmenden Pferde vor.

Und 19,15 Uhr eröffnet unsere 3jährige Ponyland Sunday die Abendshow als „Starter“ im doppelten Sinne!

Dieses Mal übernimmt Monty Roberts sofort den Arbeitsteil, geht in den Round Pen und arbeitet mit der Stute.

Das Join-Up funktioniert perfet, der Sattel wird gebracht, das Pferd wird gesattelt und dann getrieben. Sunday findet den Sattel so gar nicht lustig und bockt ordentlich – Monty Roberts behält die Ruhe und freut sich! Nachdem die Stute sich ausgebockt hat, kommt sie an die Doppellonge und dann kommt der Reiter aufs Pferd und…. Sunday geht links herum, rechts herum und rückwärts – und wird gelobt. Der Reiter sitzt ab, sattelt ab, das Pferd wird aus der Halle geführt – es gibt mächtigen Applaus!

Dann kommt der buckelnde Rappe – und bei diesem Pferd bin ich auf einmal gar nicht mehr glücklich, direkt am Roundpen zu sitzen. Mannomann, nachdem das Pferd gesattelt ist, bockt es auf der Stelle mit offenem Maul  und wenn es dann zur nächsten „Bockrunde“ ansetzt, fliegt uns der Hallensand um die Ohren. Der Dummy ist zerlegbar und wird in Einzelteilen aufgesetzt, das Pferd ist extrem schwierig – Monty Roberts sagt: Vielleicht ist es heute abend unmöglich, das Pferd zu reiten – ich überlasse die Entscheidung dem Reiter..und ich denke: Ja, bitte, laß es – dieses Pferd zu reiten ist  wirklich absolut unmöglich…. Nach 40 Minuten Bodenarbeit mit dem Pferd macht der Reiter die ersten Versuche, auf das Pferd zu kommen und mir bleibt beinahe das Herz stehen. Er benötigt viel Zeit und viele Versuche, aber dann:  Auch dieses Pferd wird geritten, geht seine Runden im Schritt, geht rückwärts ( allerdings nicht frei, sondern an der Longe). Das Pferd hat noch einen langen Weg vor sich, bevor es ein zuverlässiges Reitpferd wird. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist gemacht! Zum ersten Mal hat nicht das Pferd gewonnen, sondern der Mensch.

In der darauffolgenden Pause gibt es Autogramme vom Meister persönlich und Monty Roberts beteuert, er bleibe nach der Vorstellung so lange, bis alle Fragen beantwortet seien! Und das mit 80 Jahren!

Nach der Pause kommt dann ein richtiges Show-Event! 80 at 80! Monty Roberts zeigt 80!! Liegestützen mit 80 Jahren und ermahnt alle Reiter und die, die mit Pferden arbeiten, auch an die eigene Fitneß zu denken und sich selbst im Training zu halten! Mein Sohn sagt: was waren gar keine richtigen Liegestütze, nur halbe….mein Mann sagt gar nichts und ich bin sehr beeindruckt, ich könnte vielleicht 5 „halbe“!

Das plastikscheue (und kopfscheue) Pferd geht nach 20 Minuten kreuz und quer über Plastikplanen – das Verladepferd geht im Trab in den Hänger und Monty Roberts läßt uns sprachlos zurück! Das passiert mir nicht oft! Ich weiß nicht, was ich noch hätte fragen sollen, zu viele Eindrücke!

Was haben wir gelernt? Geduld, Geduld, Geduld, endlose Wiederholungen in Ruhe, kleine Schritte, Vertrauen aufbauen, Hilfsmittel einsetzen, wie z.B. das Dually Halfter (haben wir sofort gekauft nach der Veranstaltung und auch signieren lassen). Bei den Verladeproblemen hat er einfach  die Roundpen Gitter genommen und das Pferd anfangs damit begrenzt….und danach noch mindestens 20 mal das Pferd verladen, das Pferd  ist nachher im Trab und freiwillig auf den Hänger gegangen und die Besitzerin hatte Tränen in den Augen!

Unsere Welsh-Cob Stuten waren die absolut unspektakulärsten Pferde, wenngleich ich trotzdem beim Aufsitzen des Reiters die Luft angehalten habe – unverdorben – und haben sich genauso benommen, wie sich rohe bzw. fast rohe Pferde benehmen sollten. Ich bin froh, mit solchen Ponys wieder nach Hause fahren zu dürfen. Ruckzuck sind sie nach der Vorstellung auf dem Hänger und nachts um 0,30 Uhr laden wir ab in Norddeich und entlassen die beiden in ihre Offenlaufstallgruppe.

Nachsatz: Monty Roberts live zu erleben finde ich absolut empfehlenswert. Natürlich ist auch „Show“ dabei – wir Pferdeleute wissen auch, daß mit diesem Programm ein Pferd bei Weitem nicht eingeritten ist – es ist aber ein lohnenswerter und sehenswerter Ansatz. Was da wirklich passiert, können alle „Selbstausbilder“ von jungen Pferden und Ponys noch ganz anders einordnen und würdigen. Ein Laie kann die Gefahr und die Erfolge bei der Arbeit mit den Pferden gar nicht richtig würdigen, glaube ich. Man braucht für junge Pferde und für Problempferde zwingend gute, fitte, aufmerksame, mutige und sportliche Helfer/innen!

Ich werde noch viel mehr auf die kleinen Zeichen achten, meine Körpersprache noch bewußter einsetzen und immer daran denken, was Monty gesagt hat: ein Pferd mit erhöhtem Puls und mit Streß kann nicht lernen!

Wir haben beide Ponys 2 Tage später in einem improvisierten Roundpen in unserer Reithalle erneut gearbeitet, so, wie wir es behalten haben und nach jeweils 15 Minuten saß Pia auf den Stuten und ritt im Schritt und die ganze Geschichte war sehr entspannt. Und wenn ich jetzt mit den Jungpferden übe, die Füße /Hufe zu geben, dann höre ich nicht nach 3 x Hochheben auf, sondern hebe die Füße so oft auf, bis es dem Jungpferd geradezu langweilig wird!

*Roundpen= runder Pferch, ca 16 m Durchmesser, hoch eingezäunt

**Instructor= von Monty Roberts ausgebildete Pferdeleute, die seine Art des Umgangs mit Pferden durchführen und weiter verbreiten

***Join-Up= übersetzt: Verbindung. Das freiwillige Aufschließen des Pferdes an den Trainer und das freiwillige Folgen ohne Leine oder Longe. Das Join Up erfolgt an der Schulter des/der Trainer/s/in.

Gudrun Wieczorek, Chefin vom Ponyland Norddeich, Dipl. Agr. Ing (FH)  und Pferdewirtschaftsmeisterin Zucht und Haltung sowie Trainer B Dressur

P.S.P.S. was ist aus den Ponys geworden?  Ponyland Springflower hat ihre Leistungsprüfung unter dem Sattel sehr erfolgreich abgelegt und ist Staatsprämienstute geworden und wird im Sommer 2017 unter Ferienkindern gehen. Ponyland Sunday hat ihre 1. Prämie bei der Elitestutenschau bekommen und wird momentan reiterlich weiter ausgebildet und soll ihre Leistungsprüfung unter dem Sattel ablegen im Mai 2017 in Wittensee. Dann ist sie auch Staatsprämienstute. Sie soll ebenfalls im Sommer 2017 im Ferienbetrieb gehen.

 

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